Blog Einträge

Artikel bei ` Frankfurter Allgemeine´ : Teure Tampons, böses Blut

Unliebsame Preiserhöhung        

 Teure Tampons, böses Blut  

Kurz waren sie billiger, nun wollen Hersteller Tampons teurer machen. Das gefällt Frauen nicht, und das nicht nur des Geldes wegen.

Von Sophie Rebmann

Sollte erschwinglicher werden: der Tampon
                                                                                    © Tampon / Hygieneprodukt Illustration F.A.S.                                                                  Sollte erschwinglicher werden: der Tampon                                                                

Wenn ich mir etwas Gutes tun will, dann lege ich mich einen Tag lang ins Thermalbad, plane eine Reise oder leiste mir ein Essen im Restaurant. Periodenblut zu stoppen gehört nicht zu meiner Definition von Luxus. Dennoch wurden Tampons und Binden bis vor einem Monat noch so besteuert, als würde ich mir bei ihrem Kauf etwas gönnen: Steuerrechtlich zählten sie nicht zum Grundbedarf. Dabei braucht jede gesunde Frau an etwa 2400 Tagen ihres Lebens solche Periodenprodukte.                                

Mit dem neuen Jahr begann für uns Frauen eine neue Zeit. Nach jahrzehntelangen überhöhten Abgaben folgte Anfang Januar eine – wenn auch minimale – Erleichterung: Damenhygieneprodukte werden seitdem mit sieben Prozent besteuert, nicht mehr mit 19. Das macht für eine Packung mit 32 Tampons einer Billigmarke zwar nur 13 Cent aus. Aber es ging um etwas anderes: Endlich werden Frauen nicht mehr steuerlich diskriminiert, wenn wir kaufen, was wir monatlich brauchen. Und selbst die kleinen Centbeträge rechnen sich, schließlich braucht eine Durchschnittsfrau wohl 300 Tampons im Jahr.

                               

Das haben auch die Hersteller erkannt und sofort versucht, zuzuschlagen: Nur zwei Wochen nach der Steuersenkung bestätigt Kaufland, dass „Lieferanten für Slipeinlagen, Inkontinenz-Einlagen, Binden und Tampons“ Preiserhöhungen gefordert haben, die nicht zu erklären seien. Denn, so schreibt Kaufland: „Aktuell ist uns nicht bekannt, dass die Preise für Rohstoffe erhöht wurden.“ Die Forderungen können sie daher „nicht nachvollziehen“. Ich auch nicht.

                               

Auch Alternativen muss man sich leisten können

Das bisschen Geld, das wir endlich sparen können, will man uns gleich wieder wegnehmen. Sie verhalten sich wie ihre Menstruationsprodukte: Saugen, bis nichts mehr kommt. Und zeigen: Die Frauen, ihr Kampf für Gerechtigkeit, interessieren sie nicht. Für sie zählt nur maximaler Gewinn.

                               

Das Schlimmste: Sie können sich diese Unverschämtheit leisten. Periodenartikel brauchen wir. Nanna-Josephine Roloff, die Initiatorin der Online-Petition „Die Periode ist kein Luxus“, die zur Abschaffung der Tamponsteuer beigetragen hat, fordert auf Twitter zwar: „Kauft einfach nicht die überteuerten Produkte dieser Firmen. Es gibt ausreichend Alternativen.“

                                           

Aber die muss man sich leisten können, nicht nur finanziell: Dingen, die ich mir in meinen Körper schiebe, muss ich vertrauen. Schließlich will ich mir keine ungesunden Chemikalien oder Plastikpartikel einführen und mich auf die Saugfähigkeit der Produkte verlassen können. Aber Vertrauen braucht Zeit. Im Zweifelsfall und im Zeitdruck greife ich zu dem, was ich kenne, oder was Freundinnen empfehlen.

                               

Start-ups, die mit weichen Biotampons in Kartons aus recycelter Pappe locken, werben mit dieser Sicherheit. Für ihre Produkte braucht man aber Geld. Egal, ob Studentin oder Arbeitslose: Viele Frauen mit wenig Geld werden sich monatlich keine teureren Start-up-Produkte leisten können. Schon jetzt gibt es Frauen, die selbst die billigsten Periodenprodukte nicht bezahlen können.

                               

Frauen wehren sich

Noch ist nichts passiert: Auf Zeitungsberichte über die Preisforderungen der Firmen reagierten viele Frauen mit Boykottaufrufen und Entrüstung. Die Hersteller hat das wohl verunsichert, schließlich können sie nicht die gesamte Kundschaft gegen sich aufbringen. Jedenfalls erklären die beiden größten Hersteller von Hygieneprodukten, sie hätten solche Forderungen nie gestellt – zumindest nicht „im Zusammenhang mit der Steuersenkung“, wie Johnson & Johnson, der Hersteller von o.b. und Carefree, schreibt. Ähnlich schreibt es der Hersteller der Always-Binden.

                               

Die Online-Petition hat also auch etwas anderes gebracht: Frauen wehren sich. Auch die Luxussteuer wurde in den zwanziger Jahren leise eingeführt. Sie kam getarnt als Verwaltungsmaßnahme: Waren des Grundbedarfs wurden von einer Steuererhöhung ausgenommen, weil der Staat sie nicht verteuern und die Bauern nicht verärgern wollte. Dieses System hat man später übernommen. In den Sechzigern war das, einer Zeit also, als Vergewaltigung in der Ehe noch straffrei war und die Frau ihren Mann um Erlaubnis bitten musste, wenn sie arbeiten wollte. Seitdem gilt für Schnittblumen, lebende Tiere oder Tannenbäume ein niedriger Steuersatz, während für Klopapier und Kinderkleidung mehr Steuern anfallen. Für die Frauen hat sich damals niemand interessiert. Aber wir haben auch nicht widersprochen, sondern stillschweigend die Steuer gezahlt und leise in unsere überteuerten Binden geblutet.

                               

Das hat sich geändert: Spätestens seit der Online-Petition geben wir Tampons im Seminarraum nicht mehr weiter, als wären es illegale Drogen, und nehmen Preisänderungen nicht mehr hin, als wären wir dumm. Hoffentlich hält das an. Ich jedenfalls frage jetzt extralaut in die Runde, wenn ich ein Tampon brauche. Nach Gehaltsunterschieden sollte ich noch lauter fragen.

                               

Die Aktivistin Roloff macht weiter: Sie fordert jetzt kostenlose Binden und Tampons auf öffentlichen Toiletten. Logisch, mit eigenem Klopapier läuft schließlich auch niemand durchs Büro.

           

                         Quelle: F.A.S.                      

MEHR DAZU

Damenhygiene-Artikel aus dem Automaten - Sicherheit jederzeit griffbereit

September 21, 2020

(lifePR) (Tettnang, 17.09.20) Die meisten Frauen kennen ihren Körper gut und sind auf Ereignisse wie das Eintreten ihrer Regelblutung vorbereitet. Trotzdem können immer wieder unerwartete Situationen eintreten. Ist in diesen Fällen das benötigte Hygieneprodukt nicht zur Hand, entsteht schnell eine für Betroffene mehr als unangenehme Situation. Mit Automaten für Damenhygiene-Artikel reagiert die Firma MeritaCare auf diese Bedürfnisse von Frauen.

Verkaufsautomaten können international auf eine lange Geschichte zurückblicken. Ob Weihwasser, Pfeifentabak oder Schokolade, seit seiner serienreifen Erfindung im 19. Jahrhundert gab es unterschiedlichste Waren, die auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten an Münzautomaten angeboten wurden. Auch wenn ihre Verbreitung in den letzten Jahrzehnten merklich nachgelassen hat, gehören Briefmarkenautomaten, Zigarettenautomaten oder Snack- und Getränkeautomaten heute noch genauso zum Alltagsbild wie exotische Erfindungen wie der Fahrradschlauchautomat oder der Wurstautomat der örtlichen Metzgerei.

Bei aller Vielfalt gibt es aber doch etliche Alltagsprodukte, die an Automaten nicht angeboten werden. Wie Rhoda Fideler, gelernte Krankenschwester und Gründerin von MeritaCare, selber feststellen musste, gehörten zu diesen bisher unbeachteten Produkten auch solche der Damenhygiene. „Ob tagsüber in der Schule oder am Arbeitsplatz oder abends im Restaurant oder im Club, wer als Frau unerwartet einen Tampon oder eine Binde benötigt, konnte bisher nur hoffen, dass eine Freundin aushelfen kann“, beschreibt Rhoda Fideler ihre eigene Erfahrung.

Dieser Mangel trifft nicht nur Frauen, bei denen sich das Einsetzen der Regelblutungen nicht immer vorausberechnen lassen. Auch wer unter spontaner Inkontinenz leidet, was zum Beispiel in der Schwangerschaft oder nach einer Geburt häufig der Fall ist, kommt leicht in Bedrängnis, wenn kein geeignetes Hilfsmittel zur Hand ist. Gleiches gilt für einen unerwarteten Hämorrhoidenvorfall oder verstärkten Vaginalausfluss.

„Das Wissen darum, dass immer etwas Unerwartetes passieren kann, zwingt Frauen nicht nur, sich fast zwanghaft darauf vorzubereiten, es verursacht bei vielen von ihnen auch permanenten Stress“, weiß Fideler. Ihr Wunsch, Frauen diese Last in möglichst vielen Bereichen des täglichen Lebens zu nehmen, führte schließlich vor etwa drei Jahren zur Gründung des Unternehmens MeritaCare.

Damenhygiene-Artikel aus Automaten nehmen Frauen die sorgenvolle Frage, was im Falle eines Falles zu tun ist. Ist der Automat einmal durch den Kunden angebracht, versorgt MeritaCare die Aufsteller exklusiv mit den gewählten Hygiene-Artikeln, sodass dauerhaft sichergestellt wird, dass im Bedarfsfall das gewünschte Produkt schnell und unkompliziert zur Hand ist.

„Unsere Kunden aus Unternehmen, Schulen, Universitäten, Hotels und gastronomischen Betrieben ermöglichen ihren weiblichen Besuchern nicht nur einen ungetrübten Aufenthalt“, erklärt Rhoda Fideler, „sie signalisieren damit auch deutlich ihr Interesse daran, ein Grundbedürfnis zu enttabuisieren und die Welt für uns Frauen zu einem besseren Ort zu machen“.

MeritaCare bietet Automaten in unterschiedlichen Ausführungen und Formen, sowohl als klassische Münzautomaten als auch als Non-Profit Automaten ohne Münz- oder mit Chip-Einwurf. So kann der Aufsteller frei entscheiden, ob er zum Beispiel seinen Kundinnen einen zusätzlichen, kostenpflichtigen Service zur Verfügung stellen oder etwa seine Mitarbeiterinnen kostenfrei mit Hygieneartikeln versorgen möchte.

MEHR DAZU

Damenhygieneartikel in Bildungseinrichtungen - Tabus machen weiter Schule

December 8, 2020

(lifePR) (Tettnang, 08.12.20) So selbstverständlich der Umgang mit dem Thema Menstruation in einer aufgeklärten Gesellschaft sein sollte, so unkompliziert müsste sich die Verfügbarkeit von Damenhygieneartikeln erweisen. In Bildungseinrichtungen zeigt sich jedoch ein anderes Bild.


Mädchen und junge Frauen verbringen annähernd die gleiche Zeit in Schule und Universität wie zu Hause. Als fester Bestandteil ihres Alltags lässt sich auch das Thema Menstruation in dieser Zeit nicht ausklammern. Schulen können und sollen, neben dem Elternhaus, eine Mitverantwortung tragen, Schülerinnen und natürlich auch Schülern das erforderliche Wissen um die Biologie des Menschen zu vermitteln. Sie schaffen damit die Grundlage zu einem selbstverständlichen Umgang mit dem Thema Menstruation und ihren Begleiterscheinungen. Junge Frauen sollten in Bildungseinrichtungen ein Umfeld vorfinden, das ihnen den Umgang mit dem eigenen Körper ermöglicht.

„In der Praxis müssen Frauen an Schulen und Universitäten jedoch andere Erfahrungen machen“, weiß Rhoda Fideler, gelernte Krankenschwester und Gründerin von MeritaCare. „Hier sind sie dazu gezwungen, sich mit den erforderlichen Hygieneartikeln auszustatten. Sind diese einmal nicht zur Hand, wenn sie dringend benötigt werden, bleibt meist nur die Hoffnung, dass eine Klassenkameradin oder Kommilitonin aushelfen kann.“

Bildungseinrichtungen könnten hier durch das Aufstellen von MeritaCare Damenhygiene-Automaten Verantwortung übernehmen. Da ihnen hierfür jedoch meist die finanziellen Mittel fehlen, sind Spenden und Sponsoring geeignete Methoden, eine Finanzierung zu realisieren. Beide Verfahren sind jedoch einerseits an das Einverständnis und die Mitarbeit der Schulen gebunden, andererseits setzen sie voraus, dass Geldgeber sich bei zweckgebundenen Zuwendungen auch tatsächlich für Damenhygiene-Automaten entscheiden.

„Im Ergebnis sind die Verantwortlichen leichter davon zu überzeugen, einen Süßigkeiten-Automaten im Schulgebäude aufzustellen als Schülerinnen und Studentinnen mit unseren Automaten unkomplizierten Zugriff auf Damenhygieneartikel zu ermöglichen“, muss Rhoda Fideler feststellen.

Auch wenn es um die Bereitstellung finanzieller Mittel durch Spenden und Sponsoring geht, erweist sich das Thema Damenhygiene aus Rhoda Fidelers Erfahrung nach wie vor offensichtlich als Tabuthema.

Dass es auch anders geht, beweist das Beispiel Schottland. Hier reagiert man auf das mit dem Begriff „Periodenarmut“ auch wissenschaftlich erkannte Problem eines aus wirtschaftlichen Gründen für viele Mädchen und Frauen erschwerten Zugriffs auf Monatsartikeln seit 2019 mit der kostenlosen Abgabe von Hygieneartikeln an Schulen und Universitäten. Am 22. November 2020 entschied das schottische Parlament in Edinburgh darüber hinaus, dass Damenhygieneartikel zukünftig Frauen und Mädchen grundsätzlich kostenlos zur Verfügung gestellt werden müssen.

„MeritaCare Damenhygiene-Automaten ermöglichen eine unkomplizierte und sichere Abgabe von Tampons und Damenbinden“, erklärt Rhoda Fideler. „Ich spreche regelmäßig mit sehr engagierten Mädchen und Frauen, die an ihren Schulen und Universitäten für frauenfreundliche Lösungen kämpfen, aber dabei noch immer häufig scheitern. Hier hoffen wir auf eine grundlegende Sensibilisierung für das Thema und eine gemeinsame Anstrengung von Verantwortlichen der Bildungseinrichtungen und potentiellen Geldgebern, die wir von MeritaCare gerne tatkräftig unterstützen.“

MEHR DAZU

Artikel bei `DW ' In Schottland sind Tampons bald kostenlos

November 25, 2020

Weltweit einmalig: In Schottland sollen Frauen künftig Periodenartikel kostenlos erhalten. Mit dem neuen Gesetz soll ein Tabu gebrochen und die Benachteiligung von Frauen und Mädchen überwunden werden.

   

Symbolbild Menstruation Tampons

Mit dem einstimmigen Beschluss, kostenlos Binden, Tampons und Menstruationstassen an Frauen und Mädchen abzugeben, schreibt das Parlament in Edinburgh am Dienstag Geschichte.

"Wir sind uns alle einig, dass sich niemand Sorgen machen sollte, woher die nächsten Tampons kommen", sagte die für den Gesetzentwurf verantwortliche Labour-Abgeordnete Monica Lennon. Schottlands Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon bezeichnete das Votum als "wichtige Politik für Mädchen und Frauen".

Nun soll ein System erarbeitet werden, das jeder Frau und jedem Mädchen den Zugang zu Tampons, Menstruationstassen und Binden ermöglicht. An Schulen und Universitäten werden die Produkte bereits seit 2019 kostenlos abgegeben.

"Das ist ein wegweisender Vorstoß des schottischen Parlaments und ein großartiges Beispiel für Gleichberechtigung", sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von der Kinderhilfsorganisation "Plan International" Deutschland, der DW. "Ich würde mir wünschen, dass das auch andere Länder aufgreifen, es muss einfach Schule machen."

Alte Zeitungen statt Tampons

Mit dem Gesetzesentwurf gilt Schottland als Vorreiter gegen die sogenannte Periodenarmut. Damit ist der oftmals schwierige Zugang zu Monatsartikeln für Frauen und Mädchen mit geringem Einkommen gemeint, die sich die Produkte nicht leisten können. In ihrer Not greifen sie zu Stofflappen, Klopapier oder alten Zeitungen - auch im reichen Europa.

Laut einer Studie der Kinderhilfsorganisation "Plan International" von 2017 kann sich in Großbritannien jedes zehnte Mädchen keine Binden oder Tampons leisten. Rund 14 Prozent basteln sich aus Kostengründen ihre Monatsartikel selbst. Für die Untersuchung wurden rund 1.000 weibliche Teenager befragt. Zuvor hatten Medien darüber berichtet, dass einige Mädchen an "ihren Tagen" nicht zur Schule gingen.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen geht davon aus, dass dieser Anteil in vielen Entwicklungsländern weitaus höher liegt. In Indien haben laut der Nichtregierungsorganisation Andheri Hilfe lediglich zwölf Prozent der Mädchen und Frauen Zugang zu Monatsprodukten, weil sie sich Binden und Tampons nicht leisten können - oder sich schämen, sie zu kaufen. Viele Mädchen brechen die Schulbildung deshalb nach Einsetzen der Periode ab.

Nepal Achham - Religion und Frauen

Isolation wegen der Periode: Diese junge Frau in Nepal bereit ihr Bett in einem seperatem Haus vor

"Es hat aber auch gesundheitliche Auswirkungen, weil die Mädchen mit allen Mitteln versuchen, Binden und Tampons irgendwie zu ersetzen und es dann auch zu Entzündungen im Unterleib kommen kann", sagt Röttger. Immer mehr Hilfsorganisationen weltweit setzen deshalb genau an diesem Problem an - und versuchen zum Beispiel durch lokale Produktion von Monatsartikeln den Preis zu senken.

Kenia streicht Steuer

Auch in anderen Ländern wird seit einiger Zeit darüber diskutiert, wie  eine Benachteiligung von Mädchen und Frauen während ihrer Tage vermieden werden kann. In Deutschland wurde zum Jahreswechsel 2020 die Mehrwertsteuer auf Binden und Tampons gesenkt - von 19 auf 7 Prozent.

Über hunderttausend Menschen hatten sich zuvor mit einer Petition dafür stark gemacht. Dabei ging es den Unterzeichnern nicht nur um den Preis, sondern auch um ein Umdenken in der Politik. Periode sei kein Luxus und dürfe deshalb auch nicht unter die sogenannte Luxussteuer fallen, heißt es in der Forderung.

Gerade für Frauen und Familien mit geringem Einkommen können auch wenige Euro für eine Packung Tampons und Slipeinlagen ein Problem darstellen. Im aktuellen Hartz-IV-Regelsatz sind beispielsweise rund 16 Euro für Gesundheitspflege - also Zahnbürste, Shampoo und Co - vorgesehen. Über zwei Euro für eine Packung Tampons schränken das Budget ein.

Hygieneartikel Tampon l Tamponsteuer l Frauenstreik in der Schweiz

Auch in der Schweiz wird gegen die Besteuerung von Monatsartikeln demonstriert ( Archivbild von Juni 2019)

Mit der Steuersenkung war Deutschland keinesfalls Vorreiter. Kenia schaffte die Steuer auf Monatsartikel bereits 2011 komplett ab. Auch in Ländern wie Kanada, Australien und Indien fallen keine Steuern mehr an. In Frankreich, Spanien, Polen und Österreich wurde der Satz nach Protesten zumindest gesenkt.

"Für mich ist das nur ein erster Schritt zur Diskussion, die Produkte auch kostenlos zur Verfügung zu stellen", sagt Maike Röttger zur Steuersenkung. Bis zur schottischen Lösung in allen Ländern dürfte es jedoch noch ein langer Weg sein.

MEHR DAZU

January 1, 2021

  1. zdf.de
  2. Nachrichten
  3. Wirtschaft
  4. Großbritannien schafft Steuer auf Tampons ab

In Schule und Kliniken kostenlos-Großbritannien schafft Steuer auf Tampons ab

Datum:01.01.2021 17:34 Uhr

In EU-Ländern werden auf Periodenprodukte mindestens fünf Prozent Steuern erhoben. Nach dem Brexit schafft Großbritannien nun die Steuer auf Tampons und Binden ab.

Supermarktregal mit Tampons und Binden in Glasgow
Supermarktregal mit Tampons und Binden in Glasgow
Quelle: dpa

In Großbritannien werden künftig keine Steuern mehr auf Tampons und Binden erhoben. Die Mehrwertsteuer für diese Produkte sei zum Jahreswechsel vollständig abgeschafft worden, wie das Finanzministerium am Freitag mitteilte.

Finanzminister Rishi Sunak hatte bereits in seiner Budgetplanung im vergangenen Frühjahr entschieden, die unpopuläre Besteuerung zu streichen. Viele ärmere Mädchen und Frauen hätten seit Jahren zu wenig Geld für die Produkte und greifen während ihrer Periode zu alten Zeitungen, Stofflappen und Klopapier.

Tweet von Finanzminister Rishi Sunak

Tampons und Binden in Schulen und Kliniken kostenlos

In den EU-Staaten gelten mindestens fünf Prozent Mehrwertsteuer auf Tampons und Binden. Bislang wurden in Großbritannien diese fünf Prozent Steuern auf solche Artikel erhoben. Nach dem Ende der Brexit-Übergangsphase ist Großbritannien seit Neujahr unabhängig von diesen EU-Regeln.

Ich bin stolz, dass wir heute unser Versprechen einlösen können, die Tampon-Steuer abzuschaffen. Hygieneprodukte sind essenziell, daher ist es richtig, dass wir keine Mehrwertsteuer erheben.

Rishi Sunak, Finanzminister Großbritannien

In Krankenhäusern und Schulen sollen zudem kostenlose Tampons und Binden zur Verfügung gestellt werden.

Steuersenkung in Deutschland von 19 auf sieben Prozent

Schottland war in diesem Punkt bereits im November vorgeprescht und hatte ein Gesetz zur Bekämpfung der sogenannten Perioden-Armut verabschiedet. Binden, Tampons und ähnliche Artikel sollen demnach in öffentlichen Einrichtungen künftig kostenlos erhältlich sein.

In Deutschland ist die Steuer auf Binden und Tampons 2020 nach langem Kampf etlicher Aktivistinnen von 19 auf sieben Prozent Mehrwertsteuer gesenkt worden.

Aktivistin: Sexistische Steuer ist Geschichte

Die Frauenrechtsaktivistin Felicia Willow der Organisation Fawcett Society begrüßte die Änderung in Großbritannien: "Es war ein langer Weg bis zu diesem Punkt, aber endlich ist diese sexistische Steuer, die Hygieneprodukte als nicht-essenzielle Luxusprodukte einstufte, in die Geschichtsbücher gewandert."

Durch den Wegfall der Steuer könnten Frauen über die Dauer ihres Lebens Berechnungen zufolge 40 Britische Pfund (etwa 45 Euro) sparen.

Quelle: dpa

MEHR DAZU

Artikel bei Radio Lippewelle Hamm " SPD will Tamponautomaten "

March 19, 2021

Automaten mit kostenlosen Tampons und Binden

Veröffentlicht: Montag, 08.03.2021 12:05

Die SPD will die Automaten in alle Hammer Schulen und öffentliche Gebäude bringen.

https-www-lippewelle-de-artikel-automaten-mit-kostenlosen-tampons-und-binden-886911-html

© SPD Jule Pletschen

Das ist deutschlandweit einzigartig: Hamm soll Automaten mit gratis Tampons und Binden kriegen. Viele andere Länder machen das schon vor, beispielsweise Neuseeland, Frankreich oder Schottland. In Deutschland gibt es das bis jetzt aber noch nicht. Die gleichstellungspolitische Sprecherin der Hammer SPD Jule Pletschen hatte die Idee dazu.

Automaten sollen Thema Menstruation enttabuisieren

Über den Antrag der SPD soll Ende März im Rat abgestimmt werden soll. Das Pilotprojekt geht über zwei Jahre und soll dazu beitragen, das Thema Menstruation zu enttabuisieren. Denn für viele Mädchen und Frauen ist die monatliche Blutung mit Scham verbunden, zumindest dann, wenn sie unerwartet kommt. Zum Beispiel in der Schule oder unterwegs. Auch Geld spielt dabei eine Rolle, denn nicht jede Frau kann sich die Hygieneartikel leisten. 20.000 Euro sollen für die Spender und das Material im städtischen Haushalt eingestellt werden.

MEHR DAZU

Damenhygieneartikel an der Hochschule erhältlich – für alle die sie brauchen!

June 8, 2021

Damenhygieneartikel an der Hochschule erhältlich – für alle die sie brauchen!

Veröffentlicht am: 08. Juni 2021

Auf studentische Initiative.

Automat mit Damenhygieneartikel

Schon entdeckt? Auf der Damentoilette im Südflügel (1. OG.) der Hochschule gibt es ab sofort Tampons und Binden zum Selbstkostenpreis.

Die meisten Frauen kennen ihren Körper gut und sind auf Ereignisse wie das Eintreten ihrer Regelblutung vorbereitet. Trotzdem können immer wieder unerwartete Situationen eintreten. Ist in diesen Fällen das benötigte Hygieneprodukt nicht zur Hand, entsteht schnell eine für Betroffene mehr als unangenehme Situation.

Ab sofort sind an der Hochschule auf der Damentoilette im Südflügel Tampons und Binden einem Damenhygiene-Artikel aus dem Automaten von MeritaCare (https://www.merita.care/) zu entnehmen. Einem jungen StartUp, gegründet von einer starken Frau Rhoda Fiedler, gelernte Krankenschwester und Mutter.

Weitere Damenhygiene-Artikel Automaten werden aufgehängt, wenn zusätzlicher Bedarf erkennbar ist. Ansprechstelle hierfür ist das Gleichstellungsbüro der Hochschule.

Über MeritaCare

Mit der Gründung von MeritaCare reagierte die gelernte Krankenschwester Rhoda Fideler auf ihre persönliche Beobachtung, dass es in Deutschland zwar für Lebens- und Genussmittel sowie für fast alle denkbaren Alltagsartikel auch ein Automatenangebot gibt, nicht aber für so etwas wichtiges und ebenfalls Alltägliches wie Damenhygieneartikel.

MeritaCare bietet Automaten für Damenhygieneartikel in unterschiedlichen Ausführungen und Formen an. Neben der Bereitstellung der Automaten umfasst das Angebot die Bereitstellung ausgewählter Hygieneprodukte, Tampons und Binden, in einheitlicher Größe, hygienisch verpackt in passenden Schachteln, zum einfachen Befüllen der Automaten.

MEHR DAZU

Schul-Tampons in Falkensee: Hygieneartikelautomat für das Lise-Meitner-Gymnasium!

March 10, 2021

10.03.2021

Schul-Tampons in Falkensee: Hygieneartikelautomat für das Lise-Meitner-Gymnasium!

Schul-Tampons in Falkensee: Hygieneartikelautomat für das Lise-Meitner-Gymnasium!

Schottland gibt seit 2020 kostenlose Tampons und Binden in öffentlichen Gebäuden aus. In Kanada, Irland und Kenia werden keine Steuern auf diese Hygieneprodukte erhoben. Und wie sieht es in Deutschland aus? Hier bekommt nun das Falkenseer Lise-Meitner-Gymnasium einen allerersten Hygieneartikel-Automaten. Wird er gut angenommen, könnten weitere Schulen folgen.

Die meisten Mädchen bekommen ihre Periode zwischen der 6. und der 10. Klasse. Da sich die Menstruation über mehrere Tage erstreckt, werden sie zwangsläufig auch in der Schule mit diesem Thema konfrontiert. Gerade am Anfang fehlt oft noch die Erfahrung, um sich in angemesserer Weise mit Tampons oder Binden zu bevorraten. Was macht man dann aber im Ernstfall? Die beste Freundin fragen? Im Schulsekretariat um Hilfe bitten?

Der Jugendbeirat der Stadt Falkensee wünscht sich, dass ein kostenloser Hygieneartikel-Automat in den Schulen aufgestellt wird.

Anaïs von Fircks: „Es gibt bereits Kommunen wie Eimsbüttel oder Wasserburg in Deutschland, die kostenlose Hy­gieneprodukte in öffentlichen Gebäuden wie dem Rathaus oder Schulen zur Verfügung stellen. Auch Falkensee könnte zu diesen progressiven Kommunen gehören.“

Toni Kissing vom Jugendbeirat: „Eine Studie aus Großbritannien zeigt, dass sich 48 Prozent der Mädchen zwischen 14 und 21 Jahren für ihre Periode schämen. Ein Hygienemittelspender geht da in die richtige Richtung. Der Gang ins Schulsekretariat wäre vielen Mädchen zu peinlich.“

Clara Weiger, Vertretung des Jugendbeirats in der SVV: „Toilettenpapier wird als selbstverständlich wahrgenommen und kostenlos in öffentlichen Gebäuden zur Verfügung gestellt. Warum also nicht auch Binden, Tampons und andere Menstruationsartikel?“

Kann aus dieser Idee tatsächlich eine Handlungsaufforderung werden? Die Fraktion „IRGENDWAS! – die Jugendliste feat. PPPTHBH“ brachte einen entsprechenden Antrag in den Hauptausschuss der Falkenseer SVV ein. Hier wurde er aber abgelehnt und deswegen in der 13. ordentlichen Tagung der Stadtverordnetenversammlung Falkensee am 27. Januar 2021 noch einmal neu eingereicht. Im Antrag hieß es: „Der Zugang zu Tampons und Binden muss allen Frauen freistehen, egal, welchen Alters und welcher sozialen Herkunft. Die Zugänglichkeit für Teenager sollte dabei zuvorderst im Fokus stehen, da diese Altersgruppe im Normalfall über kein eigenes Einkommen verfügt. Erfahrungswerte sagen zudem, dass eine große Hemmschwelle vorhanden ist, wenn Hygieneartikel bspw. in Sekretariaten oder Schulstationen bereitgehalten werden. Um diese zu umgehen, sollten kostenfrei nutzbare Automaten an Falkenseer Schulen aufgestellt werden. Mit zunächst einem Gerät am Lise-Meitner-Gymnasium – dessen Schulleitung den vorliegenden Antrag unterstützt – soll die zuständige Verwaltungseinheit (…) die Annahme des Angebots (…) nach einem Jahr evaluieren.“

Das Thema ist anscheinend keine Seifenblase, denn die Wogen schlagen hoch. Und es gibt viele Fürsprecher. Lina Hasselbach ist Schülersprecherin am Lise-Meitner-Gymnasium. Sie sagt: „Dieser Antrag ist in der Schülervertretung breit diskutiert worden – mit eindeutigem Ergebnis: Wir sprechen uns deutlich für die Annahme eines solchen Automaten für Damenhygiene aus. Vor allem jüngere Schülerinnen geraten auf dem Weg zum Erwachsenwerden immer wieder in die Situation, dass sich plötzlich während der Unterrichtszeit ein Bedarf entwickelt, auf den sie nicht vorbereitet sind. Die Tatsache, dass dieses Thema für heranwachsende Frauen tabuisiert ist, halten wir für einen der Gründe, warum über diese Notlagen keiner spricht. In der Folge führen diese für die Betroffenen peinlichen Situationen regelmäßig zum Abbruch der Unterrichtsteilnahme, um sich außerhalb der Schule mit entsprechenden Artikeln zu versorgen. Das müsste nicht sein. Ein einfaches Gegenmittel wäre die Aufstellung eines Automaten mit passendem Sortiment.“

Auf den möglichen Vorwurf, dass sich dann die Mädchen mit entsprechenden Hygieneartikeln auf Kosten der Allgemeinheit bevorraten würden, sagt Lina Hasselbach: „In den letzten sechs Jahren meiner Schulzeit am LMG ist mir kein einziger Fall bekannt geworden, dass Schüler oder Lehrer größere Mengen an Seife, Handtüchern, Toilettenpapier oder gar Fußmatten aus dem LMG entfernt hätten.“

Auch Jonas Treptau, stellvertretender Schülersprecher des Lise-Meitner-Gymnasiums, befürwortet den neuen Automaten: „Viele Lehrerinnen sind bereits auf uns zugekommen und haben davon berichtet, dass sie von ihren jüngeren Schülerinnen um Hilfe gebeten wurden, weil sie ihre Periode bekommen haben und keine entsprechenden Produkte bei sich trugen. Die Bewilligung dieses Antrages würde das Problem lösen. Was würden Sie tun, wenn sich Ihre eigene 11-jährige Tochter vor Scham in der Toilettenkabine einschließt, weil sie zum ersten Mal ihre Periode bekommen hat und weder Tampons noch Binden bei sich trägt?“

Doris Limbach ist Lehrerin am Lise-Meitner-Gymnasium und unterstützt das Ansinnen der Schüler: „Schule vermittelt Wissen, ist aber vor allem der Ort, an dem Kinder und Jugendliche Autonomie erleben und einüben. Wir Lehrkräfte möchten unsere Schüler und Schülerinnen dabei begleiten, sich selbstständig und selbstbewusst zu entwickeln, gleichgültig, welches Geschlecht sie haben. Dass Mädchen und junge Frauen im Jahre 2021 noch verdruckst die beste Freundin oder das Sekretariat um Binden oder Tampons bitten müssen, ist nicht nur unmodern, sondern ein Zeichen fehlender Autonomie. Deshalb begrüße und unterstütze ich die Initiative sehr und hoffe, dass möglichst bald jedes Mädchen und jede Frau an unserer Schule Zugriff auf Artikel der Monatshygiene hat: kostenlos, öffentlich und jederzeit.“

Ein Modellversuch am Falkenseer LMG würde auch von den anderen Schulen interessiert begleitet werden. Nele Peters ist Schulsprecherin am Vicco-von-Bülow-Gymnasium in Falkensee: „Als Bildungseinrichtung müsste es für die Schulen eigentlich Priorität sein, dass sich die Schüler und Schülerinnen im Schulalltag wohlfühlen und so auch effizient lernen und am Unterricht teilnehmen. Nicht nur am Anfang, sondern auch nach Jahren der Menstruation kann es immer wieder zu Schwankungen des Hormonhaushaltes kommen. Es kann also sein, dass man seine Periode mal nicht drei bis vier Tage im Monat hat, sondern drei Wochen lang, was in Kombination mit dem Schulalltag eine immense Belastung ist. Auch kann es sein, dass die Menstruation unerwartet und sehr stark einsetzt, was dazu führt, dass man den Tampon nicht alle zwei Stunden, sondern alle 30 Minuten wechseln muss. Aus diesem Grund kann man mal drei Tampons zu wenig dabei haben, um einen Schultag während der Periode zu überstehen. Genau dies sind Situationen, in denen sich Schülerinnen Tag für Tag befinden. Deshalb haben sich am Vicco-von-Bülow-Gymnasium 27 von 28 Schülervertretern und Vertreterinnen in Absprache mit ihren Klassen für die Priorität eines Hygieneartikelautomaten ausgesprochen. Das Thema ist also nicht nur für die Schüler des LMGs brisant.“

In der SVV trugen die Schülersprecher ihre Beobachtungen vor, übten aber auch deutlichen Druck aus. So sagten sie, dass es unverantwortlich sei, dem Antrag nicht zuzustimmen. Das konnte Bürgermeister Heiko Müller so nicht auf sich sitzen lassen: „Es ist nicht richtig, dass es unverantwortlich sei, so einen Automaten nicht zu haben. Er ist eine gute Einrichtung, aber keine Voraussetzung für einen funktionierenden Schulbetrieb.“

Am Ende bekamen die Schüler trotzdem ihren Wunsch erfüllt. Mit sieben Gegenstimmen und drei Enthaltungen wurde der Antrag angenommen. Das bedeutet, dass nun 2.000 Euro eingesetzt werden, um einen Hygieneartikel-Automaten an geeigneter Stelle im Lise-Meitner-Gymnasium aufzustellen und ein Jahr regelmäßig mit Hygieneartikeln zu befüllen. Anschließend sollen die Erfahrungen diskutiert und ausgewertet werden, um so den Weg zu weiteren Automaten auch an den anderen Schulen zu ebnen. (Text/Fotos: CS)

Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 180 (3/2021).

MEHR DAZU

ETH stellt Studentinnen Gratis-Tampons zur Verfügung

September 29, 2021

Ziel des Pilotprojektes: Normalisierung und Enttabuisierung des Themas Menstruation. 
Ziel des Pilotprojektes: Normalisierung und Enttabuisierung des Themas Menstruation.Twitter
Unter anderem wurden auf dem Campus Hönggerberg und im Zentrum 22 Automaten in Frauen-​ und genderneutralen Toiletten installiert, welche seit Dienstag Tampons und Binden ausgeben.
Unter anderem wurden auf dem Campus Hönggerberg und im Zentrum 22 Automaten in Frauen-​ und genderneutralen Toiletten installiert, welche seit Dienstag Tampons und Binden ausgeben.20min/Celia Nogler
Die Automaten beinhalten jeweils eine abgepackte Binde oder vier abgepackte Tampons.
Die Automaten beinhalten jeweils eine abgepackte Binde oder vier abgepackte Tampons.20min/Celia Nogler
Die Stadt Zürich hat ebenfalls ein Pilotprojekt gestartet. Den Stadtzürcher Oberstufenschülerinnen werden  versuchsweise kostenlos Menstruationsartikel zur Verfügung gestellt.
Die Stadt Zürich hat ebenfalls ein Pilotprojekt gestartet. Den Stadtzürcher Oberstufenschülerinnen werden versuchsweise kostenlos Menstruationsartikel zur Verfügung gestellt.20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Die ETH Zürich hat ein Pilotprojekt gestartet.
  • Die Hochschule bietet an verschiedenen Standorten auf dem Campus Gratis-Binden und -Tampons an.

«Um Angehörigen ein bestmögliches Arbeits-​ und Studienumfeld zu gewährleisten, hat die ETH Zürich ein Pilotprojekt gestartet, um den Zugang zu Menstruationsprodukten auf dem Campus zu vereinfachen», teilte die ETH Zürich am Dienstag auf Twitter mit. Das Ziel des Pilotprojektes: Normalisierung und Enttabuisierung des Themas Menstruation.

Auf dem Campus Hönggerberg und im Zentrum, aber auch an den Standorten Basel und im Octavo-​Gebäude in Oerlikon wurden 22 Automaten in Frauen-​ und genderneutralen Toiletten installiert, welche seit Dienstag Tampons und Binden ausgeben. Die Automaten beinhalten jeweils eine abgepackte Binde oder vier abgepackte Tampons.

Auch die Universität Genf hat kürzlich Verteilautomaten mit Menstruationsartikeln auf dem Uni-Gelände aufgestellt. Wie es in einer Mitteilung heisst, wurden die Automaten an 16 verschiedenen Standorten platziert. Das Projekt hat rund 37'000 Franken gekostet. Die Abgabe ist auf ein Jahr befristet.

Stadt Zürich testet Gratis-Binden und -Tampons an Schulen

Die Stadt Zürich hat ebenfalls ein Pilotprojekt gestartet. Den Stadtzürcher Oberstufenschülerinnen werden versuchsweise kostenlos Menstruationsartikel zur Verfügung gestellt. «Die Hygieneartikel stehen in Boxen in den Vorräumen der Schultoiletten zur Verfügung, sodass die Schülerinnen bei Bedarf einen unkomplizierten Zugriff darauf haben», schreibt das Schul- und Sportdepartement in einem Mail an die Eltern. Laut Sprecher Marc Caprez wird der Pilotversuch jeweils an ein bis zwei Sekundarschulen pro Schulkreis durchgeführt und dauert bis Ende Jahr. Im Oktober sei eine erste Zwischenauswertung in Bezug auf Nachfrage und Akzeptanz geplant.

MEHR DAZU

Beitrag von SWR3: Steuersenkung für Damenygiene-Artikel wie Tampons auf 7%

January 16, 2020

                                     

                 Was haben Schnittblumen, Gemälde und Trüffel gemeinsam? Dafür muss man eine Mehrwertsteuer von sieben Prozent zahlen. Hygieneartikel wie Tampons werden bislang mit 19 Prozent besteuert. Ab dem Januar 2020 ist damit aber jetzt Schluss.

Es ist Bewegung gekommen in eine Diskussion, die seit Längerem geführt wurde: Es geht um die Steuer für Menstruationsartikel.

„Tamponsteuer“ wird gesenkt

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) kündigte im Oktober überraschend an, dass Tampons, Binden und Co. durch eine Umsatzsteuerermäßigung günstiger werden sollen. Er sagte damals, dass es richtig sei, auf diese Produkte den ermäßigten Steuersatz von 7 statt 19 Prozent anzuwenden. Nun hat der Bundestag der Änderung im Rahmen des Jahressteuergesetzes zugestimmt. Damit gilt ab dem 1. Januar 2020 der ermäßigte Steuersatz für Periodenartikel.

       

Motto: „Die Periode ist kein Luxus“

Hintergrund der Gesetzesänderung ist eine Diskussion, die unter anderem zwei junge Stuttgarterinnen angeheizt hatten. Mit ihrem Unternehmen „The Female Company“ brachten sie ein Buch heraus, in dem Tampons versteckt sind. Die Idee: Statt dem Steuersatz, der normalerweise für Menstruationsartikel gilt, muss man auf ein Buch nur den Steuersatz von sieben Prozent zahlen.

Ann-Sophie-Claus, eine der Gründerinnen der Firma „The Female Company“, hält das von der Firma entwickelte „Tampon Book“ in den Händen; Foto: picture alliance/Bernd Weissbrod/dpa
                                                                 Ann-Sophie-Claus, eine der Gründerinnen von „The Female Company“                    

Die beiden Frauen sind nicht die einzigen, die auf das Problem der sogenannten Tampon-Steuer aufmerksam machen. Mehr als 180.000 Menschen hatten in den vergangenen Jahren eine Petition zur „Tampon Tax“ unter dem Motto „Die Periode ist kein Luxus“ unterschrieben. Befürworter der Steuerermäßigung argumentieren, wichtige Güter des täglichen Bedarfs würden eigentlich mit dem reduzierten Satz von sieben Prozent besteuert.

EU-Mitgliedstaaten sollen Tampon-Steuer abschaffen oder senken

Das Thema wird nicht nur in Deutschland diskutiert. In einigen Staaten wurde die Steuer auf Monatshygieneartikel schon vor längerer Zeit gesenkt oder ganz abgeschafft. Vorreiter ist zum Beispiel Kenia. Dort wurde schon 2011 beschlossen, dass auf Damenhygieneprodukte keine steuerlichen Abgaben entfallen dürfen. In Europa hatte das EU-Parlament alle Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Der Bundesrechnungshof sah die geplante Änderung im Mehrwertsteuersystem im Oktober kritisch. „Der Wildwuchs bei der ermäßigten Umsatzsteuer gehört durchleuchtet, muss ganz grundsätzlich angegangen werden, bevor neue Ausnahmen zugelassen werden“, hatte Rechnungshof-Präsident Kay Scheller dem Handelsblatt gesagt.

     

 

Jede Frau zahlt rund 20.000 Euro

Jede Frau hat monatlich drei bis sieben Tage lang ihre Regelblutung – und das rund 450 Mal in ihrem Leben. Mehrere Umfragen – darunter eine unter Frauen in Großbritannien – haben ergeben, dass Frauen dafür rund 20.000 Euro ausgeben müssen. Zu den Kosten wurden Damenhygieneartikel, Schmerzmittel, Trost-Schokolade und zum Beispiel neue Unterwäsche wegen blutiger Flecken gezählt.

     

 

MEHR DAZU

Artikel bei ´Die Welt´: Tampon-Petition landet im Bundestag

June 2, 2019

Für Tampons, Binden und Menstruationstassen gilt ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent

Quelle: pa/KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Kritiker bemängeln, dass für Tampons und Binden 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig sind. Darin sehen sie eine Benachteiligung von Frauen. Eine entsprechende Petition wurde ins Leben gerufen – und beschäftigt nun den Bundestag.  

Der Petitionsausschuss des Bundestags muss sich mit der Forderung befassen, die Steuern auf Tampons und Binden zu senken. Eine entsprechende Online-Petition hat in rund vier Wochen mehr als 81.000 Unterschriften bekommen – das Quorum für eine Beratung im Bundestag liegt bei 50.000.

Ins Leben gerufen wurde die Petition vom Online-Magazin „Neon“ und dem Start-up Einhorn, das für vegane Kondome bekannt ist. Unter dem Motto #keinluxus hatten sie vor allem in sozialen Netzwerken intensiv für ihr Anliegen geworben – und prominente Unterstützer wie die Sängerin Lena Meyer-Landrut und die Moderatoren Charlotte Roche, Palina Rojinski und Jan Böhmermann gewonnen.

Die Petition kritisiert, dass für Tampons, Binden und Menstruationstassen der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gilt – und nicht der ermäßigte von sieben Prozent, der für wichtige Güter des täglichen Bedarfs vorgesehen ist. „Die Periode ist unausweichlich“, schreiben die Autoren. „Das ist kein Luxus und sollte nicht als solcher besteuert werden.“ Der hohe Mehrwertsteuersatz benachteilige Frauen, da sie sich ihre Monatsblutung nicht ausgesucht hätten.

Lesen Sie auch

Regelschmerzen als Krankheit

„Eine Erkrankung, die zur Organzerstörung führen kann“

Die Initiatoren müssen nun im Bundestagsausschuss angehört werden. Dabei dürften sie bereits Unterstützer haben, denn auch der CDU-Frauenpolitiker Marcus Weinberg forderte zuletzt niedrigere Steuern auf Damenhygieneprodukte.

MEHR DAZU

Monatshygiene in Afrika - ein Luxusproblem mit weitreichenden Folgen

March 30, 2022

Gemeinsam mit ihrer Mutter versorgt Rhoda Fideler, Gründerin des deutschen Start-Ups MeritaCare, Mädchen in Mombasa mit Damenbinden. Dabei geht es der jungen Unternehmerin um Gesundheit, Würde und gesellschaftliche Teilhabe afrikanischer Frauen.

Ein unbefangener Umgang mit dem Thema Menstruation sowie mit Artikeln der Monatshygiene ist in Deutschland und weiten Teilen der westlichen Industrienationen heute eine alltägliche Selbstverständlichkeit. Historisch betrachtet ist dies jedoch auch bei uns eine Errungenschaft, die gerade einmal einige Jahrzehnte andauert. Noch bis in die 1970er Jahre durften zum Beispiel Produkte der Monatshygiene im Fernsehen nicht beworben werden.

Gesellschaftliche Berührungsängste und Tabus, die bei uns inzwischen überwunden sind, herrschen insbesondere in armen Ländern bis heute vor. Darüber hinaus sind zum Beispiel in weiten Teilen Afrikas Hygieneartikel wie Damenbinden für die allermeisten Frauen gänzlich unerschwinglich. Trotz erster Initiativen einzelner Regierungen afrikanischer Staaten, kostet eine Packung Binden zum Beispiel in Kenia rund 80 Schilling, umgerechnet etwa 70 Cent. Betrachtet man die Zahl der Menschen in Afrika, die weit unter der Armutsgrenze leben und oft mit weniger als 1,50 Euro pro Tag auskommen müssen, ist zeitgemäße Monatshygiene damit kaum finanzierbar.

Die Folgen dieser Voraussetzungen sind vielfältig. Studien belegen zum Beispiel, dass Mädchen in Afrika während ihrer Periode häufig nicht am Schulunterricht teilnehmen und so bis zu 20 Prozent der Schulzeit versäumen. Insgesamt wirkt sich das Fehlen geeigneter Menstruationshygieneartikel zusätzlich negativ auf die gesellschaftliche Teilhabe und damit die soziale Stellung von Mädchen und Frauen aus. Die Verwendung von alternativen Menstruationsartikeln, meist langfristig genutzte, wiederverwendbare Behelfslösungen, nicht selten einfache Stofffetzen, Zeitungspapier oder sogar Gras, birgt darüber hinaus auch konkret gesundheitliche Gefahren.

Rhoda Fideler kennt beide Seiten: In Kenia geboren lebt die ausgebildete Krankenschwester seit 18 Jahren in Deutschland und betreibt seit 2018 das Start-Up-Unternehmen MeritaCare, welches Automaten für Damenhygieneartikel in Toiletten von öffentlichen Gebäuden installiert und mit den erforderlichen Produkten versorgt. Antrieb zur Unternehmensgründung lieferten auch die Erinnerungen an die eigenen Erfahrungen von Unwissenheit und Scham in Verbindung mit der ersten eigenen Menstruation, in ihrer afrikanischen Heimat. Auch wenn sie heute mit ihrem Unternehmen dafür kämpft, das Thema Menstruation in Deutschland noch weiter im Alltag zu verankern und Mädchen und Frauen den Zugang zu Hygieneartikeln in Alltagssituationen zu erleichtern, weiß Sie deshalb um die weit drastischeren Probleme in Afrika.

Gemeinsam mit ihrer Mutter hat Rhoda Fideler deshalb vor einem Jahr eine Aktion ins Leben gerufen, die dazu beitragen soll, in Mombasa die Versorgungssituation von Mädchen und Frauen zu verbessern. Mombasa ist die zweitgrößte Stadt Kenias, mit rund einer Million Einwohner. Trotz Mombasas Stellung als bedeutendes Wirtschaftszentrum, leben hier laut Hilfsorganisationen mehr als 150.000 Menschen in Slums.

„Viele der Mädchen, die hier leben, haben noch nie eine Damenbinde gesehen“, erklärt Rhoda Fideler. „Wir erfahren aber leider auch immer wieder von jungen Frauen, die sich prostituieren, um die Monatshygiene zu finanzieren oder davon, dass Männer Binden als Lockmittel einsetzen. Insgesamt trägt das Thema zur Abhängigkeit der Frauen bei, die sich zum Beispiel auch darin äußert, dass heute jedes vierte Mädchen in Afrika minderjährig verheiratet wird.

“Fidelers Mutter ist Pastorin der Amazing Grace Church, ihr Vater pensionierter Schuldirektor. Zusammen haben beide die Royal Seeds of Hope Academy gegründet, eine Schule für Slumkinder in Mtongwe, einem der ärmsten Stadtviertel im Großraum Mombasa. Mit der Unterstützung ihrer inzwischen im baden-württembergischen Tettnang bei Friedrichshafen am Bodensee lebenden Tochter, verteilt Fidelers Mutter alle zwei Monate Damenbinden und Seifen zur Intimhygiene an jeweils 200 bis 300 Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren.

„Die Mädchen stammen aus vier verschiedenen Schulen aus der Region sowie aus der direkten Nachbarschaft“, berichtet Rhoda Fideler. „Sie werden in drei Gruppen aufgeteilt, so wird auch dem verbreiteten Schamgefühl etwas entgegengewirkt und die Mädchen trauen sich eher, Fragen zu stellen und frei zu sprechen.

“Die Mädchen erhalten nicht nur Binden und Seifen – Tampons sind für afrikanische Frauen aus Gründen der kulturellen und religiösen Tradition ein grundlegendes Tabu – sondern werden auch zu deren Benutzung sowie generell zu den Themen Körper, Hygiene und Würde unterrichtet, um so auch langfristiges Bewusstsein zu schaffen.

„Für Frauen in Deutschland ist es schwer vorstellbar, wie mit dem Thema in Afrika bis heute umgegangen wird und vor welchen Herausforderungen und Gefahren Mädchen stehen“, erklärt Rhoda Fideler. „Ich bin glücklich, einen kleinen Beitrag leisten zu können und wünsche mir, dass auch in Afrika irgendwann Hygieneartikel so selbstverständlich und vor allen Dingen erschwinglich sind, wie weitestgehend hier in Deutschland.“

MEHR DAZU

Stadt-Tübingen für Damenhygiene-Automaten

April 5, 2019

Gegen Hygiene-Armut

Damenhygiene-Artikel an weiterführenden Schulen

Antrag der SPD-Fraktion vom 1. Dezember 2018

An weiterführenden Tübinger Schulen werden Automaten mit Damenhygiene-Artikel zur Verfügung gestellt. Ggf. wird dies zunächst als Modellprojekt an einer einzelnen Schule oder in der Mensa Uhlandstraße eingeführt.

Der Verein TIMA, der GEB und die Geschäftsführenden Schulleitungen werden bei der Entwicklung einbezogen.

Begründung:
Es gibt Berechnungen, dass Frauen im Laufe ihres Lebens über 20.000€ für die Periode ausgeben. Deshalb gibt es Diskussionen, ob Damenhygiene-Artikel kostenfrei verteilt werden sollten. In Schottland verteilen Schulen und Unis kostenlos Binden und Tampons an Schülerinnen und Studentinnen.

Im Rahmen der Veranstaltung zum Tag gegen Gewalt gegen Frauen am 25.11.2019 im Rathaus wurde der Wunsch geäußert, dass in Tübinger Schulen entsprechende Automaten aufgestellt werden.

Für die SPD-Fraktion
Dorothea Kliche-Behnke

Dazu auch:

Süddeutsche vom 7. Dezember 2018

MEHR DAZU

Die Würde jeder Frau ist unantastbar!

May 24, 2018

Die Würde jeder Frau ist unantastbar!

Unser Ziel ist sicherzustellen, daß Frauen sich wohl und sicher fühlen egal wo sie sind, auch in unerwarteten Situationen.

Es passiert sehr oft, daß Frauen überraschend ihre Menstruation bekommen, inkontinent werden oder einen Hämorrhoidalvorfall erleben - und keine sofortige SOS-Lösung haben.

Solche Situationen können überall passieren, egal ob in Schulen, Firmen, Restaurants, Clubs, Sporthallen, Einkaufszentren, öffentlichen Verkehrs-mitteln, etc. Und viele Frauen müssen sich mit unhygienischen Mitteln behelfen um ihre Termine nicht absagen zu  müssen.

Das darf nicht passieren, nicht in dieser modernen Gesellschaft in der wir leben!

MeritaCare is The World of Women!

MEHR DAZU

Das Interview mit Startup Valley!

July 19, 2018

MeritaCare betreibt Automaten mit Damenhygiene Artikeln, die mit Tampons und Binden befüllt sind!

Stellen Sie sich und das Startup meritaCare doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Rhoda Fideler. Ich bin 34 Jahre alt und Gründerin von meritaCare, bin gebürtige Kenianerin und lebe seit 14 Jahren in Deutschland. Ich bin verheiratet, Mutter und habe hier eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert. Mein startup meritaCare betreibt Automaten mit Damenhygiene Artikeln, welche in den Damentoiletten in öffentlichen Bereichen wie z.B. Firmen, Cafes, Restaurants, Einkaufszentren, Hallenbädern, Sporthallen, etc. aufgestellt sind. Die Automaten sind mit Tampons und Binden befüllt. Frauen und Mädchen können so während ihrer verletzlichsten Momente überall schnell und diskret die benötigten Hygieneartikel bekommen.

Wie ist die Idee zu meritaCare entstanden?
Alles beginnt mit einer Geschichte. Meine Geschichte startet als ich 13 Jahre alt war. Kurz vor Schulschluss bekam ich meine Periode, und ich war komplett unvorbereitet. Mit einer selbst gebastelten Binde und roten Flecken auf meinem Rock lief ich nach Hause. Voller Scham wollte ich am nächsten Tag nicht mehr zur Schule sondern mich nur noch zuhause verstecken.

Ich hatte die Geschichte fast schon verdrängt, da sah ich letztes Jahr in einem Dokumentarfilm wie eine junge obdachlose Frau ihre Geschichte erzählte. Sie erzählte wie sie Ihre Menstruation hatte, von den Versorgungsproblemen und von dem Schamgefühl sich keine Binde oder Tampon leisten zu können (was mich später dazu bewogen hat, Tampons und Binden zu sammeln und der Tettnanger Tafel zu spenden, weil Armut nicht nur ein Mangel an Essen ist). Sofort sind meine Erinnerungen wieder hoch gekommen. Da fing ich an mich und meine Umgebung zu beobachten. Ich bemerkte, dass es da ein grosses Problem für Frauen gibt, aber Frauen trotzdem nicht gern darüber reden. Welche Frau kennt das nicht? Man bekommt spontan am Arbeitsplatz oder in der Freizeit seine Menstruation oder wird inkontinent und ist unvorbereitet.

Oder man dachte, man hätte alles dabei, aber dann ist doch die Handtasche leer. Als Krankenschwester war ich schon immer mit Frauen umgeben, und ´regelmäßig´ kam diese Frage: „Kannst Du mir einen Tampon oder eine Binde leihen? Ich habe nämlich nichts dabei und bin voll überrascht worden.“
Da wusste ich: ich muss Frauen einen schnellen, hygienisch einwandfreien und diskreten Zugang zu Hygieneprodukten verschaffen.

Welche Vision steckt hinter meritaCare?
Meine Vision ist, dass Frauen sich wohl und sicher fühlen, gerade in ihrer verwundbarsten Phase, egal wo sie sich bewegen, weil Damenhygiene Artikel überall erreichbar sind durch meine Automaten.
Das betrifft im übrigen nicht nur die Menstruation sondern auch andere totgeschwiegene Themen wie Inkontinenz, Hämorrhoidalfall, verstärkter Scheidenausfluss aufgrund Endometriose, Menopause, Schwangerschaft etc.
Aber meine Vision geht über die reine Versorgung mit Hygieneartikeln hinaus. Ich möchte einen Bewusstseinswandel erreichen. Wir Frauen müssen uns nicht schämen für unser Frau-Sein und für unseren grundlegenden Bedürfnisse.

Von der Idee bis zum Start. Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Weil die Idee ganz neu ist und ein ´Frauenthema´, ist es bei männlichen Gesprächspartnern teilweise sehr schwer das nötige Verständnis für diese Geschäftsidee zu schaffen. Einen Hersteller zu finden der Automaten nach meinen Qualitätsvorstellungen fertigt war ebenfalls schwierig, ich musste viel recherchieren bis ich einen fand. Ein startup allein zu gründen ist nicht einfach weil man alle Entscheidungen allein treffen muss. Gottseidank habe ich einen Mann und eine Tochter die mir Rückendeckung geben und mich motivieren. Bis jetzt habe ich es geschafft es selbst zu finanzieren. Davon abgesehen wusste ich, dass der Weg den ich gehe nicht leicht sein würde.

Wer ist die Zielgruppe von meritaCare?
Das Weltbild der Frauen hat sich stark verändert. Frauen sind heute viel unterwegs, beruflich und privat. Unsere meritaCare Automaten sind für Frauen und Mädchen die aktiv sind und ihr Leben geniessen wollen. Egal ob Geschäftstermin oder shopping: meritaCare ist ihr ´Plan B´. Mädchen ab 12 Jahre und Frauen jeden Alters können unseren Service in Anspruch nehmen.

Wie funktioniert  meritaCare?
Ich betreibe die Damenhygiene Automaten selber in vielen öffentlichen Bereichen wie Cafes, Restaurants, Einkaufszentren, Firmen, Hallenbädern, etc., aber verkaufe die Automaten auch. meritaCare Automaten befinden sich in den Damen-WC und sind daher zugänglich für alle Frauen und Mädchen. Als Kundin müssen Sie nur eine Münze einwerfen, auswählen ob Sie Tampon oder Binde möchten und erhalten sofort das gewünschte Produkt.

Welche Vorteile bietet meritaCare?
Sowohl Automaten als auch Damenhygiene Artikel sind etabliert, aber die Kombination aus beiden und damit der schnelle Zugang zu Tampons und Binden gab es bisher noch nicht, und das ist die eigentliche Innovation und Authentizität von meritaCare. Die Damenhygiene Automaten helfen Frauen in ihren verletzlichsten Momenten ihren Alltag –sowohl beruflich als auch privat- einfacher zu gestalten und ihr Leben zu genießen, egal wo sie sind. Sie bieten einen schnellen Service, hygienisch einwandfreie Produkte und einen Zeit- und Sicherheitsgewinn für Frauen.

meritaCare, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Die Zukunft ist weiblich. meritaCare will sich im deutschen Markt etablieren, seinen Service Frauen im ganzen Land anbieten und zu einem erfolgreichen Franchise-Unternehmen wachsen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
An Gott zu glauben und geduldig zu sein ist für mich wichtig weil es mir Hoffnung gibt. Mit Gott ist alles möglich.
Arise like the sun: Sie sind der Träger einer Vision. Erwarten Sie nicht, daß andere Sie verstehen.
Game changer: Sie dürfen die Regeln umschreiben, aber müssen authentisch sein.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Rhoda Fideler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

MEHR DAZU

Yes to MeritaCare!

July 16, 2018

Frauen sind heute viel unterwegs (beruflich und privat). Wenn ein Missgeschick passiert, suchen die Frauen Damentoiletten auf um sich zu helfen. Für diese Notfall- Situationen gab es bisher leider in öffentlichen Damentoiletten keine Lösung, und Frauen mussten sich mit unhygienieschen Mitteln behelfen. Damit ist Schluß! MeritaCare Damenhygiene-Automaten ermöglichen den Frauen in allen Damentoiletten flexibel und komfortabel Hygieneartikel zu kaufen. MeritaCare: The World of Women!

MEHR DAZU
MeritaCare
Rhoda Fideler
Im Hof 16
88069 Tettnang
TOP